HOW TO CATCH A NAZI

In 2023 waren wir für das Projektmanagement für die Vorbereitung und Durchführung der Ausstellung „Operation Finale: Die Ergreifung und der Prozess von Adolf Eichmann – HOW TO CATCH A NAZI“ verantwortlich. Die Ausstellung, die von der gemeinnützigen Adolf Rosenberger gGmbH und dem Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst (SMÄK) erstmalig nach Deutschland gebracht wurde, erzählt die Geschichte über einen untergetauchten Nazi-Verbrecher, eine geheime Verfolgungsaktion sowie die spektakuläre Ergreifung und seine Entführung nach Israel, wo ihm schließlich der Prozess gemacht wurde: die Geschichte über Adolf Eichmann. Der ehemalige Obersturmbannführer der SS im Berliner Reichssicherheitshauptamt gilt als einer der berüchtigtsten Holocaust-Täter, der maßgeblich für die Deportation und Ermordung der Juden verantwortlich war. Der Gerichtsprozess gegen Eichmann im Jahr 1961 erregte großes internationales Aufsehen: Es war der erste große Prozess, mehr als fünfzehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, in dem Stimmen der Überlebenden in großer Zahl vor der Weltöffentlichkeit Zeugnis von den Verbrechen der Nazis ablegten und den Schmerz und das Leid der Opfer dokumentierten. Erst durch ihre Aussagen entwickelte sich ein weltweit tieferes und umfassenderes Verständnis des Holocaust.

Die Multimedia-Ausstellung, die aktuell seit dem 23.11.2023 bis zum 30.04.2024 im SMÄK in München zu besichtigen ist, wurde vom Maltz Museum (USA) in Zusammenarbeit mit dem Mossad – dem israelischen Geheimdienst – und dem ANU – dem Museum des jüdischen Volkes entwickelt. In München wird die Ausstellung in ihrem Originalzustand präsentiert und dabei durch Module ergänzt, die sich mit der Entstehung der Ausstellung beschäftigen und weitere Informationen über Fritz Bauer, selbst Holocaust-Überlebender und nach dem Krieg hessischer Generalstaatsanwalt, der dem Mossad den entscheidenden Hinweis auf den Aufenthaltsort Eichmanns gab, sowie die Auseinandersetzung mit dem Eichmann-Prozess in beiden deutschen Staaten geben.

Bis in die heutige Zeit ist die Wissensvermittlung an junge Menschen über die Gräueltaten des nationalsozialistischen Unrechtsregimes ganz entscheidend durch die eindrucksvollen Schilderungen von Zeitzeug*innen geprägt, die insbesondere an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen mit Erfahrungsberichten ein lebendiges Bewusstsein für die schrecklichen Verbrechen schaffen. Die Zahl der noch lebenden Zeitzeug*innen nimmt allerdings Jahr für Jahr signifikant ab. Vor diesem Hintergrund bedarf es neue, innovative und nachhaltige Konzepte, um junge Menschen aufzurütteln und anzusprechen, damit wir eine lebendige Gedenkkultur bewahren und das Verblassen der Erinnerungen an diese Zeit verhindern. Genau hier bietet die Ausstellung insbesondere für die jüngere Generation eine neue Perspektive.

Die Ausstellung wird von einer Sensibilisierungskampagne mit dem Titel „HOW TO CATCH A NAZI“ begleitet. Diese spricht eine breite und vor allem junge Öffentlichkeit an. Sie verfolgt das Ziel, das Publikum über die Geschichten von Verfolgten des Nazi-Regimes zu informieren und damit für Themen wie Antisemitismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Hass zu sensibilisieren, zum Nachdenken anzuregen und sie in ihrer Haltung gegen Antisemitismus zu bestärken. Neben der Ausstellung bieten verschiedene Veranstaltungen wie etwa Filmvorführungen im Rahmen einer zeithistorischen Filmreihe, Zeitzeug*innengespräche und weitere Diskussionsformate die Möglichkeiten, die Themen der Ausstellung zu vertiefen und den Bezug zu gegenwärtigen Lebenswelten herzustellen. Wir wollen die Verantwortung jedes Einzelnen sichtbar machen. Wir als Teil der Gesellschaft haben gemeinsam eine Verantwortung. Wir können und zeigen eine klare Haltung gegen jede Form von Antisemitismus und Diskriminierung. Unsere gemeinsame Aufgabe ist immer wieder, im Hier und Jetzt, Anstoß zu geben. Anstoß für die demokratischen, die menschlichen Werte. Anstoß für die klare Haltung. Anstoß zum Nachdenken und Handeln.

Impressionen zur Eröffnungsveranstaltung am 23.11.2023 und Ausstellung:

Copyright: Roy Hessing, SMÄK und Copyright: Alessandra Brunner Photography